Koalitionsverhandlungen | Islam: SPD ziert sich
In der Religionspolitik können sich die Grünen nicht durchsetzen: Es gibt kein Bekenntnis zu einem Staatsvertrag mit den Muslimen
VON EIKEN BRUHN
Für Bremer Lehrerinnen bleibt das Kopftuch verboten. Foto: dpa
"Verbindliche Vereinbarungen" wolle man in den nächsten vier Jahren mit den muslimischen Verbänden treffen, so formulierte es gestern der Landesvorsitzende der Bremer SPD, Andreas Bovenschulte. Ob dies in einen Staatsvertrag münden könne, wie es die Bremer Grünen in ihrem Wahlprogramm gefordert hatten, ließen SPD und Grüne auf ihrer gestrigen Pressekonferenz am vorletzten Tag der Koalitionsverhandlungen offen. Bovenschulte begründete die zögerliche Haltung der SPD damit, dass Muslime nicht wie Christen in einer hierarchischen Institution organisiert seien: "Es gibt keine gemeinsame Repräsentanz der Muslime."
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Muslime wehren sich gegen Vorwürfe
Von Tina Hayessen
Bremen. Darf´s ein bisschen mehr sein? Geht es um die Integration von muslimischen Migranten, so sollte man meinen, kann die Antwort darauf nur „ja“ lauten. Doch gerade das starke Mitwirken türkisch-islamischer Gruppen wurde am Rande der Bremer Integrationswoche bemängelt.
| © Roland Scheitz |
Die Veranstaltungen seien „türkisch-muslimisch dominiert“, kritisierte Zahra Mohammadzadeh, migrationspolitische Sprecherin der Grünen, zum Ende der Bremer Integrationswoche „Labskaus“ vor einigen Tagen.
Sie vermisse Angebote über Religion und Kultur von Afrikanern, Menschen aus Sri Lanka oder jüdischen Aussiedlern. Bei „Labskaus“ stimme die Gewichtung nicht; es handele sich eher um eine Islam- als um eine Integrationswoche. Ein Vorwurf, der nun die Mitglieder der Schura Bremen, vom hiesigen Dachverband Türkisch-Islamische Union (DITIB) und von der Islamischen Föderation Bremen auf den Plan gerufen hat. In einer gemeinsamen Klarstellung brachten sie zu Papier, wie sie selbst ihre Integrationsbemühungen bewerten.
"Beteiligung belegt Integrationsinteresse"
„Als Muslim macht man es wahrscheinlich immer falsch; auch eine starke Beteiligung an Integration kann einigen ein Dorn im Auge sein“, heißt es in dem Schreiben der drei Bremer Institutionen. Sie werten das Auftreten der Muslime zur Integrationswoche völlig anders als die Kritiker: „Die rege Beteiligung ist ein Beleg dafür, dass die Muslime mit ihrer islamischen Identität ein großes Interesse an Integration haben.“
Das publizierte Schreiben solle lediglich darstellen, wie die türkisch-muslimischen Institutionen die Aussage der Abgeordneten Mohammadzadeh bewerten und keinesfalls andere Gemeinschaften angreifen, betonte der Schura-Vorsitzende Mustafa Yavuz auf Nachfrage. "Wir wollten deutlich machen, wie wir zu den Äußerungen stehen."
Quelle: http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Vermischtes/219167/Muslime+wehren+sich+gegen+Vorwuerfe.html (Zuletzt aufgerufen am: 28.01.2011)
Verstimmender Brückenbau
Moslems organisierten große Teile der Integrationswoche des Bremer Senats. Nun sind sie erbost, weil ihnen dabei "Dominanz" vorgeworfen werde. Alles sei nur "ein Missverständnis", beschwichtigt sie die jüdische Gemeinde
VON CHRISTIAN JAKOB
Event mit eigentümlichem Motto: Das Logo der "Labskaus" genannten
Integrationswoche des Senats. Foto: Grafik: Planet Mutlu
Die muslimischen Gemeinden in Bremen sind verstimmt: "Zu viel Integration bei Muslimen? Egal was die Muslime machen, es ist immer FALSCH…"- das ist die Überschrift einer gestern verbreiteten, gemeinsamen Erklärung der islamischen Verbände Schura, Ditib und Islamische Föderation. Sie beziehen sich auf Kritik an ihrer Beteiligung an der am Sonntag zu Ende gegangenen Integrationswoche des Senats.
An jenem Tag war unter anderem der stellvertretende Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Bremen, Gregori Pantijelew, in Presseberichten mit Kritik an einer "muslimischen Dominanz" bei der "Labskaus" genannten Woche zitiert worden.
Deren Organisator, der Senatsbeauftragte für interkulturelle Begegnung Helmut Hafner, hatte den muslimischen Schwerpunkt laut Presseberichten damit begründet, dass der Islam als "Kernproblem von Integration" gelte und viele Menschen Moslems "misstrauen und Demokratiefeindlichkeit unterstellen".
Obwohl sie insgesamt eine "positive Bilanz der Integrationswoche ziehen", so schreiben die islamischen Verbände nun, sei es "schade, dass der Islam und damit die Muslime in diesem Lande immer noch als Kernproblem der Integration gesehen werden." Ihre rege Beteiligung sei Beleg dafür, dass die Muslime "mit ihrer islamischen Identität ein großes Interesse an Integration haben". Doch Integration müsse "auch von der Mehrheitsgesellschaft und ihren Institutionen gewollt werden". Vor allem aber störe sie die Kritik am Ausmaß ihres Engagements bei "Labskaus": "Auch eine starke Beteiligung an Integration kann einigen ein Dorn im Auge sein."
Rund ein Fünftel der 250-Labskaus Veranstaltungen waren von den Bremer Moslems organisiert worden, darunter ein Iftar-Mahl - das traditionelle Fastenbrechen während des Ramadan - in der oberen Rathaushalle oder eine Freitagspredigt in deutscher Sprache in der Neustädter Dawaa-Moschee. Durch die Woche wolle man "Brücken bauen", damit aus dem "Nebeneinander ein Miteinander werden", hatte Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) gesagt.
So spricht der jüdische Gemeindevertreter Pantijelew, denn auch "selbstverständlich" von einem Missverständnis. Seine Kritik richte sich nicht gegen ein "Zu viel" der Moslems, sondern gegen ein "Zuwenig" der Mehrheitsgesellschaft, sagt er. "Auf der Woche haben sich die muslimischen Verbände mit ihrer Arbeit, ihren Ängsten und Wünschen und ihren Festen präsentiert. Das ist wunderbar. Aber wo ist das andere?" Ihn habe gestört, dass "nur die Minderheiten" die Woche gestaltet hätten. Dem zugrunde liege ein falsches Verständnis von Integration bei den Deutschen: Die würden glauben, nur die Zuwanderer müssten sich bewegen. "Warum zum Beispiel war denn die Handelskammer nur einmal bei Labskaus dabei?" Daran sehe man, dass "die ganze Integrationsdebatte nicht auf gleicher Augenhöhe abläuft". Im Rathaus habe man diese Kritik "verstanden", so Pantijelew, weshalb die jüdische Gemeinde sich nächstes Mal stärker beteiligen wolle. Dass die muslimischen Verbände ihn missverstanden hätten, sei "nicht weiter schlimm und lässt sich leicht klären". Das liege daran, dass oft "zu viel über Dritte als miteinander geredet" werde.
Quelle: http://www.taz.de/1/nord/bremen/artikel/1/verstimmender-brueckenbau/ (Zuletzt aufgerufen am: 28.01.2011)
Großer Andrang beim Tag der offenen Moschee in Bremen
Bremen, 05. Oktober 2011 - Tee, Kaffee und Gebäck sowie Vorträge, Informationen und Diskussionen über den Islam und das Gemeindeleben der Muslime mit interessanten und kritischen Fragen: Zum fünfzehnten mal haben am vergangenen Montag zum Tag der deutschen Einheit auch in Bremen wieder einmal Moscheen ihre Türen für Besucher geöffnet. Rund 700 Gäste kamen allein in die Fatih-Moschee in Gröpelingen, sagte Frau Hamamci, Vorstandsmitglied der Schura Bremen, die die erste Moscheeführung an diesem Tage leitete.
Auch andere islamische Gemeinden, wie z.B. die Quba-Moschee in Hemelingen waren dieses Jahr gut besucht und verzeichneten mehr Besucher als im vergangenen Jahr. In der Quba-Moschee waren diesmal auch verstärkt Jugendliche beteiligt. So hielt der Gymnasiast Tarik Yavuz einen Kurzvortrag über das Leben Muhammads und seine Barmherzigkeit, worin er neben der kurzen Biographie, auch Anekdoten zum Thema Barmherzigkeit aus dem Alltag des Propheten vortrug.
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Pressemitteilung zum TOM 2011
Die Mitgliedsgemeinden der islamischen Religionsgemeinschaft Schura Bremen laden zum Tag der offenen Moschee.
29. September 2011 – Das Motto des diesjährigen Tages der offenen Moschee (TOM) am Montag, den 3. Oktober 2011 lautet: "Muhammad - Prophet der Barmherzigkeit". Im Zentrum steht hierbei die Person des Propheten Muhammad mit seinem vorbildlichen Charakter, der auch den heutigen Muslimen als Orientierung dient.
Auch ihren nichtmuslimischen Mitbürgern wollen die Muslime eine "innere" Sichtweise des Propheten, des Islams und des Gemeindelebens ermöglichen. Zu diesem Zwecke beteiligen sich auch die islamischen Gemeinden in Bremen an dieser bundesweiten Aktion mit Moscheeführungen, Vorträgen, Büchertischen, Ausstellungen und vielen anderen Angeboten.
Seit 15 Jahren findet die bundesweite Initiative "Tag der offenen Moschee" statt. Am 3. Oktober öffnen die Moscheen in Deutschland traditionell ihre Türen. An diesem Tag sind alle Bürgerinnen und Bürger dazu eingeladen, die Moscheen vor Ort zu besuchen, mit den muslimischen Nachbarn in Kontakt zu treten, ihre Fragen zum Islam zu stellen und den gemeinsamen Dialog zu gestalten.
Muslime fordern einheitliche Halal-Kriterien für Lebensmittel
Bremen, 18. September 2011 - Unter reger Beteiligung von Vertretern der islamischen Landesverbände, islamischer Großverbände, von islamischen Zertifizierungsinstituten, islamischen Theologen und Vertretern aus der Lebensmittelbranche fand am 17. September 2011 eine ganztägige Fachtagung zum Thema Halal-Lebensmittel und zur Etablierung einer Gütegemeinschaft für Halal-Produkte statt.
Die islamischen Richtlinien zum Halal-Schlachten und der Verarbeitung sowie der Tierzucht wurden aus der Sicht der islamischen Denkschulen dargelegt. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Herausforderungen der industrialisierten Fleischproduktion gelegt. In diesem Zusammenhang kamen auch ethische und ökologische Aspekte gesondert zur Sprache. Es wurde besonders darauf geachtet diese aus islamischen Quellen heraus zu begründen.
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Fachtagung Halal-Lebensmittel am 17.09.2011 in Bremen
Bremen, 14. September 2011 - Die Schura – Islamische Religionsgemeinschaft Bremen veranstaltet -in Zusammenarbeit mit anderen islamischen Landesverbänden- am 17.09.2011 in Bremen eine Fachtagung zu Halal-Lebensmittel.
Als „halal“ bezeichnet man alles, was dem Muslim erlaubt ist.
Der Markt für Halal-Lebensmittel hat auch in Deutschland in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Wir müssen aber feststellen, dass sich für die Muslime Probleme aus der steigenden Zahl von Halal-Anbietern und -
Produkten ergeben, da die Halal-Zertifizierung nach nicht immer einheitlichen Kriterien vorgenommen wird und selbst diese -wie bei Kontrollen festgestellt- nicht von allen Anbietern eingehalten werden.
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Glückwunsch zum gesegneten Monat Ramadan
Schura - Islamische Religionsgemeinschaft Bremen beglückwünscht die Muslime zum Beginn des gesegneten Monats Ramadan
01. August 2011 – Mit dem Beginn des Monats August fängt dieses Jahr auch der für die Muslime gesegnete Monat Ramadan an, in dem die Muslime weltweit fasten. Der Landesverband der Muslime Schura – Islamische Religionsgemeinschaft Bremen heißt den Monat Ramadan willkommen und wünscht allen Muslimen einen gesegneten und besinnlichen Ramadan. „Möge der Ramadan zum friedvollen Zusammenleben aller Bürgerinnen und Bürger in Deutschland beitragen“, so Mustafa Yavuz Vorsitzinder der Schura.


